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    I understand

    Heute sind inzwischen zwei Jahre vergangen und ich sehe dies alles sehr deutlich vor mir, und es wird mir ein bisschen übel wenn ich darüber nachdenke. Ich wusste gar nicht, dass ich es getan habe, bis mich irgendetwas aufschrecken ließ und ich verstummte.

    Mein Mann, ich muss es wirklich so klar ausdrücken, mein Mann drängte mich das ganze Leben zur Seite. Das war ein Weg, der leer war, mit kahlen Sträuchern, nackten Bäumen, so wie sie manchmal im November ausgezogen stehen und ein langer Weg mit nassen Steinen.

    Für Yuri

    Jetzt hatte ich also das Meer, das ich erreichen wollte, ohne Stunden wegzubleiben, erfasst.

    Ich konnte den ganzen Tag vor dem Meer sitzen und von dort aus andere Länder überblicken, aber weiter hinein, in die lang gezogenen Horizonte konnte ich nicht sehen.

    Ein wenig früher, noch vor Weihnachten fühlte ich mich schrecklich schwer, todunglücklich und trostlos.

    Der vierundzwanzigste Dezember war ein milder und grauverhangener Tag und es regnete sehr stark, obwohl ich mir den Schnee an diesem Tag gewünscht hätte. Ich denke, ein Weihnachtsfest ist mit dem Schnee viel erträglicher und faszinierender als ein Tag am Weihnachten mit dem Regen.

    Die Jahre mit meinem Ehemann schlichen dahin.

    Mitte Januar wurde es nicht wärmer und der Schnee lag auf den Bürgersteigen.

    Zu Weihnachten habe ich viel Geld von meinen Eltern als Geschenk bekommen. Das Geld war eigenartig verpackt und eingewickelt in einem Krawattenschal aus weich fließendem Seiden-Jacquard in Marine mit großflächigem Blumenmotiv in Rot- und Goldtönen.

    Ich verbringe hundertfünfzig Tage im Jahr im Krankenhaus.

    Zwischendurch darf ich nach Hause gehen und daher fühle ich mich wie ein Gefangener auf Bewährung.

    Natürlich gibt es immer noch so viele Arbeiten zu Hause, mit denen ich nicht fertig werde, aber ich bin erst mit fünfzig darauf gekommen, dass ich nur noch zweihundert Tage im Jahr zur Verfügung habe. Kein Mensch darf im Moment von mir zu viel verlangen.

    Plötzlich hasste ich die graue, flirrende Luft, die den Regen brachte. Ich mochte mich in dieser Zeit auch nicht, denn ich nichts für mich tun konnte.

    Meine Krawatten und Schleifen waren in den Schubladen und es war die reinste Unvernunft, sie herauszuholen und bei diesem Wetter zu tragen. Ich konnte gar nicht anders.

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