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    Aber selbst die drei Männer, die heute im Verdacht stehen, im Auschwitz Beihilfe zum Mord geleistet zu haben, sind trotz Verhaftung schon wieder auf freiem Fuß.

    Sie sind heute 88, 92 und 94 und der Grund für ihre Entlassung ist die angeschlagene Gesundheit. Die drei Männer aus Baden-Württemberg äußerten sich nach Angaben der Ermittler, in Auschwitz gewesen zu sein, bestritten aber die konkrete Tatbeteiligung.

    Ich hatte nicht mehr die Kraft gehabt, jeden Tag wieder zu beleben. Selbst zu Weihnachen, an den Tagen, an den man gewohnheitsmäßig einander mit Dingen beschenkte, kam Christian Matschke nicht in mein Zimmer. Ich versuchte ihm zuliebe fröhlich zu sein, rief seinen Namen nett mit Glanz und Zauber, weil ich als Patient hilflos ausgeliefert war, aber es gelang mir nicht, und so rief ich meinen Pfleger noch mal in mein Zimmer zu kommen, denn ich brauchte seine Hilfe.

    Die pragmatischen Amerikaner sagen und ich finde den Satz sehr treffend: "You manage things, you lead people and you train dogs!"

    Doktor Schanz und mein Krankenpfleger sprechen kaum Englisch, dennoch hoffe ich, sie werden diesen Satz verstehen. Als Psychologe und Coach gehe ich meiner Arbeit nach und ich versuche, der Traurigkeit nicht nachzugeben.

    „Es ist beschämend, dass Mut dazu gehört, uns mitzuteilen, was uns eigentlich nichts angeht. Die einhellige Begeisterung von Prominenz und Politik ist verlogen, solange sie verschweigt, worüber dringen geredet werden muss.“ Diese Worte aus dem Tagesthemen-Kommentar von Esther Schapira könnten treffender nicht formuliert sein.

    Endlich fühle ich mich in Sicherheit, einer kleinen, armseligen Sicherheit und völlig geschützt vor Beschimpfungen, Ehrverletzung, Aggressionen und verbalen Gewalt gegen schwulen und kranken Männern. Christian Matschke hat mich ein paar Tage aus Hass nicht begrüßt. An einem Mittwoch zog ich mir die Decke über den Kopf und schlief endlich tief und ungestört zu Hause. Wenn ein Krankenpfleger Dich nicht mehr grüßt, fühlst Du Dich wie ein Erdklumpen und als kranker Mensch verliert man das Bewusstsein. Immer wieder erwachte ich als mein Telefon klingelte und als die Ärztin mich gebeten hat, in die Klinik zu kommen, alles war für mich wie ein Donnerschlag, und immer wieder schlief ich ein. An diesem Tag war ich mir sicher, dass ich nie mehr zur Dialyse gehen werde. Es wäre ein falscher Tritt wenn ich im Bett zu Hause geblieben wäre, aber an diesem Tag, in meinem Bett, alle meine Sorgen hätten endlich ein Ende in dem tropfnassen Bett gefunden.

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