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    Ich bin jetzt in einer anderen Klinik, ganz weit von diesem schrecklichen und inkompetenten Oberarzt und meinem Krankenpfleger, Christian Matschke und von Stationsschwester Christina, die mich ständig gemobbt hat und trotzdem kann ich nicht so leicht fliehen. Man kann nicht fliehen, man muss die Wirklichkeit bis zu ihrem Ende ertragen.

    Menschen, die jähzornig sind entschuldigen sich und gewöhnlich bitten reumütig um Verzeihung. Einen solchen Ausraster erlebten wir schon wieder als der Trainer von Borussia Dortmund – Jürgen Klopp von einem Schiedsrichter von der Tribüne verbannt wurde. Es war beim Champions-League-Spiel in Neapel. Jürgen Klopp hat wild gestikuliert, laut geschrieen und zeigte vor Wut verzerrte Gesichtszüge. Sein Gesicht deutete auf eine monströse Urgewalt aus tiefster Seele. Mein Krankenpfleger, Christian Matschke ist nicht der einzige Mensch, der sich plötzlich in brodelnde Vulkane verwandelt. Ähnliche Situationen erleben wir ständig auf dem Bürgersteig, im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz und wie oft - am Esstisch.

    Ich werde nie mehr die Möglichkeit haben, die Mängel und alle Schäden, die Christian Matschke, mein Krankenpfleger verursacht hat auszugleichen. Selbst wenn es mir gelingen sollte, gute Psychiater zu finden, die in den Telefonbüchern aufgelistet sind, werde ich nicht mehr dazu fähig sein, meine Wunden zu heilen.

    Aber selbst die drei Männer, die heute im Verdacht stehen, im Auschwitz Beihilfe zum Mord geleistet zu haben, sind trotz Verhaftung schon wieder auf freiem Fuß.

    Sie sind heute 88, 92 und 94 und der Grund für ihre Entlassung ist die angeschlagene Gesundheit. Die drei Männer aus Baden-Württemberg äußerten sich nach Angaben der Ermittler, in Auschwitz gewesen zu sein, bestritten aber die konkrete Tatbeteiligung.

    Ich hatte nicht mehr die Kraft gehabt, jeden Tag wieder zu beleben. Selbst zu Weihnachen, an den Tagen, an den man gewohnheitsmäßig einander mit Dingen beschenkte, kam Christian Matschke nicht in mein Zimmer. Ich versuchte ihm zuliebe fröhlich zu sein, rief seinen Namen nett mit Glanz und Zauber, weil ich als Patient hilflos ausgeliefert war, aber es gelang mir nicht, und so rief ich meinen Pfleger noch mal in mein Zimmer zu kommen, denn ich brauchte seine Hilfe.

    Die pragmatischen Amerikaner sagen und ich finde den Satz sehr treffend: "You manage things, you lead people and you train dogs!"

    Doktor Schanz und mein Krankenpfleger sprechen kaum Englisch, dennoch hoffe ich, sie werden diesen Satz verstehen. Als Psychologe und Coach gehe ich meiner Arbeit nach und ich versuche, der Traurigkeit nicht nachzugeben.

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