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    Endlich fühle ich mich in Sicherheit, einer kleinen, armseligen Sicherheit und völlig geschützt vor Beschimpfungen, Ehrverletzung, Aggressionen und verbalen Gewalt gegen schwulen und kranken Männern. Christian Matschke hat mich ein paar Tage aus Hass nicht begrüßt. An einem Mittwoch zog ich mir die Decke über den Kopf und schlief endlich tief und ungestört zu Hause. Wenn ein Krankenpfleger Dich nicht mehr grüßt, fühlst Du Dich wie ein Erdklumpen und als kranker Mensch verliert man das Bewusstsein. Immer wieder erwachte ich als mein Telefon klingelte und als die Ärztin mich gebeten hat, in die Klinik zu kommen, alles war für mich wie ein Donnerschlag, und immer wieder schlief ich ein. An diesem Tag war ich mir sicher, dass ich nie mehr zur Dialyse gehen werde. Es wäre ein falscher Tritt wenn ich im Bett zu Hause geblieben wäre, aber an diesem Tag, in meinem Bett, alle meine Sorgen hätten endlich ein Ende in dem tropfnassen Bett gefunden.

    Damals, als die Schlankreye Dialysepraxis dem iranischen Vorbesitzer gehörte, konnte ich im Winter und im Sommer, im Herbst und Frühling den Besitzer der Dialysepraxis sehen und mich über den Krankenpfleger – Christian Matschke – beschweren. Ich habe es auch mehrere Male getan und der Vorbesitzer versprach mir, er hätte alles für mich getan, was er hätte tun können. Das Versprechen von diesem tollen Arzt war jedoch sinnlos, denn mein Krankenpfleger hat alles vor diesem Arzt geleugnet.

    Es ist eine mühevolle Beschäftigung diesen Bericht zu schreiben, bald tut mir mein Herz und meine Seele weh und der Arm, der geschwollen ist von vielen Nadelstichen und ich kann nur mit einer Hand schreiben, denn meine linke Hand ist an der Maschine und ich kann sie kaum bewegen. Ich war aber wie besessen von der Vorstellung, dass ich diese Schreibarbeit mit meinem Bericht erledigen musste. Sie beruhigte mich und brachte einen Hauch von Ordnung in die riesengroße, schreckliche Unordnung, die über mich hereingebrochen war.

    Nie zuvor und nie nachher hat mir mein Herz so weh getan. Vielleicht hatte ich gedacht, dass mein Herz mir nicht geheuer war. Ich habe sehr lange an derartigen Ängsten gelitten, sobald ich mich zurückerinnere, und ich werde noch lange darunter leiden, solange diese Menschen – mein Krankenpfleger und der Oberarzt leben und in dieser Praxis arbeiten. Christian Matschke hat mich so diskriminiert und entehrt, dass ich mir schon lange gewünscht habe, tot zu sein, um meine Bürde endlich abwerfen zu können. Über diese schwere Last habe ich schweigen müssen, denn die Ärzte haben mich nicht verstanden.

    Der Bericht von heute soll eigentlich mit dem Oberarzt anfangen, denn wäre seine Wut, Autorität und Hass auf mich nicht gewesen weil ich einen Blog schreibe, säße ich nicht auf der Strasse wie ein Asylant ohne Obdach, der im Moment viele Dialysepraxen der Stadt durcheinander bringt. Wo soll ich jetzt hingehen? So schnell kann ich mir eine neue Dialysepraxis nicht finden. Wer bezahlt die Transportkosten?

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