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    HOME OFFICE

    Ich weiß nicht ob der Teufel am Werk war oder Gott. In London hatte ich ein Mädchen kennen gelernt. Ein blondes deutsches Mädchen. Ich musste es ihr immer wieder sagen: I´ve got a crush on you, baby - ich habe mich in dich verknallt, baby -.

    Alles ist sehr weird - seltsam - im Leben: Je länger ich in der Ad Agency - Werbeagentur - in London arbeitete, oder besser gesagt, lernte, desto größer war mein Verlangen, mit einem schönen, dunkelhaarigen englischen Mädchen zusammen zu sein.

    Ich träumte davon, den ganzen Abend mit meiner squeeze - Freundin - Englisch sprechen zu können, jeden Tag neue Wörter zu lernen und ihr trillerndes Englisch im Ohr zu haben.

    Wir könnten in der Küche sein, während wir kochen. Ich würde hören, wie sie nach einem funnel - Trichter - verlangt oder eine ladle - Suppenkelle - von mir will.

    Das wäre viel interessanter, als Deutsch zu sprechen. Ich hätte den doppelten Gewinn: nicht nur eine fling - Liebesaffäre -, sondern auch die englische Sprache könnte ich dann wie ein Engländer sprechen.

    I was sick and tired of being recognised - ich hatte es gründlich satt erkannt zu werden -, wo ich her komme. Es ist nicht so, dass ich mich für meine Herkunft schäme, perish the thought - Gott behüte!

    Für mich ist es galling - ärgerlich -, wenn die Engländer mich an meinen falsch ausgesprochenen Buchstaben oder mangelhaftem lilt - singenden Tonfall - als Fremder erkennen. Dann lassen sie ihren tag - abgedroschenen Spruch - los: „Your English is very good.“

    Ich weiß aber, wie sie es sagen. They say it tongue-in-cheek - sie meinen es nicht ernst-. Sie korrigieren auch nicht. Nur einen kenne ich. Diesen toff - feinen Pinkel - von der International Consultancy Firm, der mich ständig korrigierte.

    Neulich lud er mich und meine Freundin in eine chichi - pseudoschicke - Bar ein, die uns, plainly speaking - einfach gesagt -, nicht gefiel.

    Ich erzählte ihm von a pilot - einem Pilotprojekt- unserer Werbeagentur. Als ich meine Geschichte zu Ende brachte, mit dem Kopf nickte und besonders stolz auf meine linguistic felicity - Sprachbegabung - war, sagte er:

    „Peter Zander, ich muss schon sagen, dass dein Englisch in der kurzen Zeit, seitdem du in London verweilst, viel besser geworden ist, nichtsdestotrotz: in den letzten drei Sätzen hast du fünf Fehler gemacht.

    A blunder - ein Schnitzer - war das mit dem Home Office. Denn Home Office bedeutet Innenministerium und nicht das Büro zu Hause!“

    Seitdem ich mit meiner Freundin Anna zusammen bin und wir nach meiner Arbeit am späten Abend, ich habe keinen nine-to-five job - Achtstundenjob -, durch London spazieren und uns den lunacy - Irrsinn - dieser Stadt ansehen, habe ich immer weniger Lust, diesen Consultancy-Firm moron - Beratungs-Firma-Idiot - zu sehen. Ich brauche keinen, der mir spoils the party - den Spaß verdirbt -.

    Heimlich gesagt, the hankering - die Sehnsucht - die englische Sprache perfekt zu beherrschen, blieb in meinem Herzen einfach irretrievably - für immer -.

    Written by Mark Wolkanowski
    To be continued.

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