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    MEIN NACHBAR. TEIL 1

    Da die Sonne wieder schien, stürzte ich mich nicht auf die Arbeit. Ich wollte nie wieder vom Regen überrascht werden.

    In diesem Sommer hat es nur geregnet und nach dem großen Unwetter wurde es nicht mehr sehr warm.

    An zwei oder drei Tagen schien zwar die Sonne und die Wiesen konnten trocknen, aber die Landschaft nahm plötzlich herbstlichen Charakter an. Heute, an diesem schönen Tag konnte niemand meine Pläne durchkreuzen.

    Wenn ich an diesem Tag nichts erreichen werde und einfach versage, wird es meine eigene Schuld, und ich werde nur mich dafür verantwortlich machen.

    Gegen neun Uhr, gleich vor meinem Frühstück, klingelte jemand eine Zeit lang an meiner Haustür.

    Ganz selten geschieht es bei uns in der Gegend, dass ein Mensch an der Tür so früh klingelt und ich habe mir vorgenommen, das Türschloss immer vor zwölf Uhr Mittag fest verriegelt zu halten.

    Ich ging zur Tür und öffnete sie weit. Die Luft vor meiner Tür und im Treppenhaus schmeckte frisch, herb und würzig und ich atmete einen schönen Duft gemischt mit Pfeffer, Koriander, Geranien und Jasmin ein.

    Der Duft von Wacholderbeeren, Estragon, Kümmel und Amber streckte sich vor meiner Nase zu meinem Kopf aus und ich dachte, ich werde gleich zu taumeln anfangen.

    Ich wagte mich nicht an den Tisch zu setzen und ich wollte mich erstmal nicht umdrehen und nicht in das Zimmer gehen weil die Luft so dick war und mein Kopf zu rattern anfing und nur aus Verlegenheit wollte ich die Tür aufreißen und meine Gedanken verwirrten mich plötzlich als es noch einmal der Duft von Moschus mit Patchouli vermischt, beim Atem in meiner Lunge prickelte.

    Da es keine Menschen mehr in dem Haus gab, nur mein Nachbar und ich, war der Klingel für mich nicht wie ein gespenstischer Laut, sondern etwas, was ich sogar durch die Tür sehen konnte.

    Mein Nachbar sah damals, noch vor fünf Monaten als er in das Haus eingezogen war, ziemlich gut aus. Gesunde, dicke, braune und stark lackierte Haare und eine schön gebräunte Haut durch seine wöchentlichen Sonnenbäder in einem Studio und da er immer nur weiße Hemden trug, wirkte seine braune Haut gesund und sexy und manche Menschen und vor allem, die jungen Mädchen auf der Strasse, hielten meinen Nachbar für einen Schönheitsideal.

    Es fällt mir ein, dass ich in meinem Kalender vermerkt habe, wann mein Nachbar bei mir geklingelt hat und jetzt erinnere ich mich auch, ohne es aufzuschreiben und nachzuschauen, dass der Klingel im August wie eine Glocke läutete.

    Dass Burger, Pommes und Pizza nicht gerade Figur fördernd sind, dürfte den meisten Menschen klar sein. Und dennoch ist Fast Food äußerst beliebt: Einer Umfrage der "Men's Health" zufolge essen 94 Prozent der Deutschen in Schnellrestaurants, jeder Zweite sogar wöchentlich.

    Aber mein Nachbar lebte jeden Tag gern für eine tiefgefrorene Pizza ganz schnell nach dem Aufstehen als sein Frühstück und auf das Buch, das er von mir als Geschenk bekommen hat – „The Pizza Diet“, wie man jede Menge Pizza essen kann, ohne seine schlanke Linie zu verlieren, stellte er fünf Flaschen Parfum und eine Dose Vitamin-Creme, die seine Haut straffen und glätten sollte.

    An diesem Tag im August, genau fünf Monate später nach seinem Einzug, fing ich an zu zweifeln, ob mein Nachbar immer noch ein attraktiver Junge gewesen war. Er war fett geworden und ich vermute übrigens, dass er fünfeinhalb Kilo in dieser Zeit zugenommen hat. 

    Stress, Müdigkeit und die körperliche Erschöpfung, Zigaretten und Alkohol sind oft Gründe für unreine Haut, bei Frauen und Männern so um dreißig. Dann lässt die Östrogenproduktion nach, und die Haut wird unregelmäßiger – manchmal trocken und dann wieder fettig, es zeigt Mitesser und Pickel.

    Ein ganz junger Mann, der nicht einmal dreißig Jahre alt war.

     

     

     

     

     

     

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