NOTE! This site uses cookies and similar technologies.

    If you not change browser settings, you agree to it. Learn more

    I understand

    DANDY – DER STIL IN DEN GENEN. TEIL 1

    Ich brauche zwei Stunden, um mich anzuziehen.

    Daran ist meistens das veränderliche Wetter schuld und vor allem, meine Pingeligkeit und auch – meine körperliche Schwäche.

    Jetzt im Winter, wenn es so schrecklich kalt ist, bin ich oft so erschöpft, dass ich mich zwischendurch auf den Stuhl, vor dem Fenster setze und erstmal die Menschen auf der Strasse beobachte. Was macht das schon aus, wenn ich auf die Leute schaue? Es kostet mich nicht zu viel Kraft, denn ich mache mir schließlich dabei mein Gesicht viel hübscher als es um sieben Uhr morgens ausgesehen hat.

    Meine Freundin erzählte mir, wie sie sich morgens anzieht. Schrecklich. Ihre Kleider liegen auf dem Bett und auf allen Stühlen in der Wohnung und der Tisch ist ohne Verantwortung voll - von Broschen, Haarschmuck, Bändchen und Taschen in allen Farben, die für sie in diesem Moment notwendig erscheinen. Ich erinnere mich nicht genau oder ganz ungern, an diese Zeit in der ich meine Freundin Betty besucht habe und schon gar nicht an den Tag, an dem ich einen schweren Anfall von Fassungslosigkeit erlebt habe.

    Es dauerte eine Stunde, bis ich mich endlich an den Tisch hinsetzen dürfte und zu leben anfing. Mein Frühstück hat mich aus der schlechten Verfassung gebracht und ich habe nicht mehr gelitten aber der Tisch war schon wieder Stück für Stück voller und ich hasse es, wenn ich nicht in Ruhe frühstücken kann und in jedem Moment wurde ich ratlos und ich hatte das Gefühl und die Lust, mich unter dem Tisch zu verkriechen.

    Es darf nur nicht regnen, denn die ganzen Strassen werden furchtbar feucht und ich kann nicht schön angezogen auf die Strasse gehen.

    Schirme oder die Schirmgriffe waren in den Jahren 1880 bis 1918 von vielen Goldschmieden und vor allem, von den russischen Juwelieren so wunderschönen erstellt, dass man eigentlich jeden Tag auf den Regen wartete, um den Schirmgriff zu zeigen. Zu den größten und berühmtesten gehört sicherlich Carl Fabergé.

    Carl Fabergé, war "Juwelier des Zaren" – wie er auch genannt wurde und bekannt für die hervorragende, handwerklich technische Verarbeitung seiner Schmuckstücke und seiner Objets d'art/Kunstgegenstände.

    Ebenso wurde er berühmt für seine Emaille-Technik mit feinsten Farbschattierungen.

    Wenn man sich seine Werke ansieht, lässt sich Fabergé in keine typischen Stilrichtungen der Jahrhundertwende einordnen.
    In seinen Arbeiten sind alle Tendenzen seiner Zeit vertreten, vom Barock und Rokoko über Neoklassizismus und Jugendstil bis zur altrussischen Kunst. Im Jahr 1883 entstand für den Zaren Alexander III. das erste der berühmten Ostereier, das für die Zarin Maria Feodorovna bestimmt war. Dieses Ei begeisterte den Zaren so sehr, dass Fabergé von nun an zu jedem Osterfest ein Ei herstellen musste.

    Anlässlich der Pariser Weltausstellung von 1900 zeigte Fabergé, auf Geheiß der Zarin, einige der kaiserlichen Ostereier, die man wegen ihrer Raffinesse und höchsten Handwerkskunst mit den Werken Cellinis verglich.
    Fabergé wurde dafür mit dem Titel "Maître" geehrt und in die Ehrenlegion aufgenommen.

    Neben den berühmten Ostereiern stammen aus den Werkstätten Fabergés in St. Petersburg, Moskau, Odessa, Kiew und in London zahlreiche Kleinkunstobjekte.

    Wunderhübsche Zigarettendosen, Spiegelrahmen, Tischgeräte, Schirmgriffe, Klingelknöpfe, Leuchter, Schalen, Bleistifthalter und Spazierstock-Griffe.

    Köpfe mit Tieren und ihre Augen mit Rubinen und die Griffe grün mit Emaille überzogen und um es noch schöner zu erzeugen, verzierten die Juweliere den Griff mit floralem Blattwerk und mit Diamantrosen und, um ein wenig Farbe in den Griff zu bekommen, setzten die Handwerker schöne rote Rubine ein und unterschrieben die Schirmgriffe mit ihren Familien Initialen.

    Julius Alexandrowitsch Rappoport war einer von diesen großen Männern, der für Fabergé gearbeitet hat. Ein außerordentlicher Meister war er und ein herausragender Juwelier jüdischer Herkunft, der seine eigene Werkstatt in St. Petersburg eröffnete und lieferte seine Tierfiguren, die sehr naturalistisch waren, an Fabergé und seine Kunstwerke aus Silber, an die kaiserliche Familie und an das kaiserliche Kabinett.

    Aktuell sind 63 Gäste und keine Mitglieder online

    © 2017 MARK WOLKANOWSKI All Rights Reserved.