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    STIER, KRANKENPFLEGER UND FANATISMUS. Teil 28

    Aber selbst die drei Männer, die heute im Verdacht stehen, im Auschwitz Beihilfe zum Mord geleistet zu haben, sind trotz Verhaftung schon wieder auf freiem Fuß.

    Sie sind heute 88, 92 und 94 und der Grund für ihre Entlassung ist die angeschlagene Gesundheit. Die drei Männer aus Baden-Württemberg äußerten sich nach Angaben der Ermittler, in Auschwitz gewesen zu sein, bestritten aber die konkrete Tatbeteiligung.

    Ich lese in der Presse darüber und plötzlich fiel mir auf, was mich im Unterbewusstsein schon die ganze Zeit gequält haben mochte, dass Christian Matschke, mein Krankenpfleger in der Schlankreyepraxis nie in seinem Leben zu diesem Konflikt, den er verursacht hat stehen wird.

    Genau wie diese drei Männer, die heute die konkrete Tatbeteiligung zum Mord im Auschwitz bestreiten.

    Ich hätte mich leichter mit einem verrückten Krankenpfleger abgefunden als mit diesem schrecklichen Schwulenhasser, Judenhasser und einem Menschenhasser, der mit Aggressionen und Wut durch die Gegend läuft. Christian Matschke hat jeden zweiten Tag alles geleugnet und gelogen. Selbst als ich ihn an einem Tag mit seinem Nachnamen angesprochen habe, fragte er mich: „Internetrecherche?“

    „Nein. Ich habe Sie vorige Woche gefragt, wie Sie mit Nachnamen heißen. Und Sie nannten mir den Familiennamen und buchstabierten sogar die letzte Silbe. Ich fragte Sie: „Mit „c“ oder “tz?“

    „Das habe ich Ihnen nicht gesagt“. Der Krankenpfleger verließ das Zimmer.

    Er roch schon wieder schrecklich aus dem Mund und aus dem Körper und obwohl es war anzunehmen, dass er sich vielleicht geduscht hat, roch er trotzdem unangenehm. Eine starke Körperausdünstung roch ich oft als Christian Matschke in mein Zimmer kam und dieser Geruch hat mich bis heute mit einem Schlag, obwohl ich die Schlankreyepraxis verließ, nicht in Ruhe gelassen. Sein Mund und Körpergeruch erinnerte mich an einer Mischung aus Blut, Speichel und Zigaretten. Der Vorbesitzer der Klinik sagte: „Es ist gut, dass Sie es ihm gesagt haben. Manche Leute riechen aus dem Mund und wissen es nicht. Man soll es sagen“.

    Damals habe ich gelesen, dass Stiere außerordentlich geruchsempfindlich sind. Sie mögen meist ganz besonders kostbare Düfte aller Art. Von Blumen bis zum teuersten Parfüm umgibt sich der Stier gern mit guten Gerüchen. Jetzt gibt es nichts in meinem Kopf zu klären, obwohl ich möchte hier nichts vorlügen und ich erlaube mir die Wahrheit zu schreiben – das stimmt mit den Düften. Der Krankenpfleger benutzte manchmal synthetische Duftstoffe um diesen Geruch zu überdecken.

    Am Anfang, als ich noch ein paar Sätze mit Christian Matschke reden dürfte, merkte ich wie sein religiöser Fanatismus durchdrang häufig alle seine Bestrebungen. Sein Hass auf mich und der Wunsch mich als Minderheit zu vernichten, ist eine Form von seinem Fanatismus. In seinem Leben tritt dieser Fanatismus auf sehr unangenehme Weise zutage.

    Eine andere Form ist Unduldsamkeit. Dieser Krankenpfleger ist dafür nicht berühmt, die Meinungen anderer ohne weiteres gelten zu lassen. Was nicht zu seinem Bild der Wirklichkeit passt, wird von Christian Matschke negiert. Sein geistiger Zustand hat Unterströmungen von wildem, blindem Fanatismus, aber der Krankenpfleger aus der Schlankreyepraxis wird das nie erkennen. Sein Denkhorizont ist so begrenzt, dass er meint – keiner ist realistischer als er. Christian Matschke ist so einseitig, dass er nur noch rotsieht. Nicht nur Unduldsamkeit aber auch Vorurteile sind sehr nah verwandt.

    Voreingenommenheit ist auch eine der Hauptschwierigkeiten von Christian Matschke. Hat mein Krankenpfleger einmal die Überzeugung gewonnen, dass eine bestimmte Ideologie, Religion, Rasse oder ein bestimmter Menschentyp nichts taugt, ändert er seine Meinung nicht mehr. Daher kamen immer wieder seine Anspielungen auf Auschwitz, schwule Männer und Juden. Christian Matschke wird nie weichen und wanken und nichts auf dieser Welt kann ihn davon abbringen. Die Kritik der Werte anderer Menschen kann unglaublich beleidigend sein. Für solche Menschen wie mein Pfleger und auch für viele Stiere gibt es keine anderen Werte als die eigenen. Es hat diesem Pfleger nichts ausgemacht, grob oder verletzend zu reagieren wenn man ihm widersprochen hat.

    Christina, die Stationsschwester hat ihn wochenlang, ohne Erfolg, gebeten, meine Gewichtsangaben so anzunehmen, wie ich es sage und nicht, wie er es will.

    Die Sonne musste scheinen und das Gras für mich wieder wachsen und das Wasser musste aus der Erde quellen und vom Himmel fallen, damit ich mich von diesem schrecklichen Menschen – meinem Krankenpfleger – Christian Matschke – nicht weiterhin morden und zerstören lasse.

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