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    KEINE PFLEGE VON MENSCHEN! TEIL 18

    Der Bericht von heute soll eigentlich mit dem Oberarzt anfangen, denn wäre seine Wut, Autorität und Hass auf mich nicht gewesen weil ich einen Blog schreibe, säße ich nicht auf der Strasse wie ein Asylant ohne Obdach, der im Moment viele Dialysepraxen der Stadt durcheinander bringt. Wo soll ich jetzt hingehen? So schnell kann ich mir eine neue Dialysepraxis nicht finden. Wer bezahlt die Transportkosten?

    In der Dialyseklinik in der Schlankreye waren die Transportkosten sehr gering, denn die Praxis war in meiner Wohnungsnähe und wenn es mir nicht so schlecht ging, unternahm ich kleine Spaziergänge zu der Klinik und freute mich über meinen gesundheitlichen Zustand. Jetzt bin ich aus der Schlankreye rausgeworfen worden und ich muss mir eine Notunterkunft finden, sonst werde ich nicht lange am Leben bleiben. Zu dem schwedischen Unternehmen gehören noch vier Dialysepraxen in Hamburg und wie ich es verstanden habe, ist mir der Zutritt zu diesen Kliniken auch verboten. Doktor Schanz (Name fiktiv) sagte: „Verlassen Sie unsere Praxis. Ich habe es auch mit den Leuten in München abgesprochen“.

    Doktor Schanz, der Oberarzt ist eine gehasste Person in der Klinik und niemand kann diesen Mann leiden. Weder das Personal noch die Patienten. Man muss sich nur die Berichte über diesen Arzt im Internet ansehen. Eine Patientin, die neulich diese Dialysepraxis verlassen hat, sagte: „Es war mir übel, sobald er mein Zimmer betrat, aber es lohnt sich nicht die Wahrheit zu sagen“.

    Vor zwei Jahren lag ich neben einer schwerkranken Frau und ich wusste, dass ihre dreizehn Jahre an der Dialyse in ein paar Tagen in ein schreckliches Geheul ausbrechen werden und ich spürte, dass sie vielleicht schon nächste Woche kein lebender Mensch sein wird. Doktor Schanz stand an ihrem Bett als diese Frau ihre Jahre an der Dialyse vor ihm geheult hat und zitterte erfüllt von Angst. Sie streckte weinend ihre Hand zu dem Oberarzt und er hat sie nicht berührt. Nicht mal ihre Hand oder Bein – so wie der ehemalige Besitzer der Dialysepraxis immer getan hat. Der Oberarzt stand mit seinem Kugelschreiber vor ihr und heute sind seine grauen Striche verschwommen auf seinem gelblichen Papier. Obgleich ich doch nichts anderes erwarten konnte, ist diese Patientin in einem Krankenhaus übers Wochenende verstorben. Ich verstummte und ging sofort zu dem ehemaligen Klinikbesitzer und er starrte mich betroffen und traurig an als ich ihm diese Geschichte erzählte. Die Ärztin sagte: „Das wundert mich nicht, denn Doktor Schanz sagt immer: „Ich bin kein Seelenarzt. Ich bin ein Nierenarzt“.

    Mein Krankenpfleger, Christian Matschke war sehr gehetzt und übermüdet. Er nickte vor mir ein als er neben mir stand und beklagte sich über sein Praktikum. Christian war von allen Seiten überfordert. Christina, die Stationsschwester war schon wieder krankhaft um Christian besorgt und erzählte mir: „Ja. Christian sieht im Moment schlecht aus, denn er muss schon um fünf Uhr früh aufstehen und in seinem Praktikum-Betrieb arbeiten und daher kommt er jetzt ein wenig später zu uns. Zu viel Verkehr auf den Strassen. Aber es wird nicht lange dauern“.

    In diesen Zeiten hat sich Christian, mein Krankenpfleger als Mensch lächerlich gezeigt. Im Übrigen, war er recht sehr schlecht gebildet, taktlos und ein schlechter Pfleger. Er ist kein Pfleger. Er ist nur ein Bauingenieurstudent, der damals als Zivi in der Dialysepraxis arbeitete und seine Büchsflinte hängte er jetzt neben meinem Bett auf.

    „Warum begrüßen Sie mich nicht als Erster? Sind Sie zu stolz dafür oder was?“ – fragte mich mein Krankenpfleger als er mein Zimmer betrat.

    „Warum soll ich Sie als Erster begrüßen? Sie sind der Pfleger. Sie sind jünger als ich und Sie kommen in mein Zimmer. Das sind doch Gründe für die Begrüßung“.

    „Die kenne ich nicht. Vielleicht ist es bei Ihnen in Schottland so“.

    Zwei Tage später brachte ich ein paar Auszüge aus dem Internet über die Begrüßungsregeln.

    „Es gilt: Zuerst grüßt, wer einen Raum betritt!

    Zuerst grüßt, wer als Einzelner auf eine Gruppe stößt! Wer grüßt wen zuerst?

    Der Mann die Frau. Jüngere die Älteren. Der Einzelne die Gruppe. Wer zuletzt dazu kommt“.

    Ich bin alt genug, um zu wissen, dass es mir nichts erspart bleiben würde. Ich beschloss, nur zu hoffen, dass man mich in wenigen Tagen aus diesem Gefängnis erlösen würde.

    Heute scheint es mir, als hätte ich insgesamt schon damals nicht an diese Möglichkeit geglaubt. Ich bin aber nicht sicher. Jedenfalls war ich vernünftig genug, zunächst die Hoffnung nicht aufzugeben. Christian Matschke klagte dann bei den Schwestern, ich würde seine Eltern mit den Internetauszügen beleidigen.

    Mein bester Freund, der die Klinik einmal besuchte, fühlte Kummer und Verzweiflung mit mir und er konnte keine Erklärung dafür finden, warum Christian Matschke immer wieder lügt und die Fakten verdreht.

    „Das sind keine Pfleger Menschen! Weder der Arzt noch der Krankenpfleger. Der Oberarzt, der zwingt seine Mitarbeiter zu lügen, obwohl Du der ganzen Klinik von jedem Satz erzählt hast. Von der Rezeption bis zu der vierten Etage! Und sie haben es alle kommentiert! Das ganze Haus wusste davon. Sie fanden es schrecklich! Und jetzt – plötzlich, will der Oberarzt alle seine Leute von Deinen „Überfällen“ sichern? Nein. Das kann nicht sein! Das sind keine Menschen. Das sind Rottweiler! Rottweiler sind das! Der Oberarzt und der Krankenpfleger!“

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