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    ZWILLINGE SCHAUEN DIR NIE IN DIE AUGEN!

    Christina, meine Stationsschwester nannte sich selbst eine „Muddi“ und versprach mir, alle meine Probleme auf der Station zu lösen.

    „Schauen Sie ihm nicht in die Augen wenn er in Ihrem Zimmer ist. Und auch nicht ins Gesicht. Er soll seine Arbeit machen und nichts mehr. Und reden Sie mit Christian nicht!“

    Schrecklich finde ich es, wenn die Menschen mit dir reden und dir nicht in die Augen schauen.

    Es ist eine Eigenschaft der Zwillinge, denn gerade Zwillinge reden ziemlich viel und sind so neugierig, dass sie alles auf einmal sehen wollen. Sie sehen auch alles herum und merken sich auch alles, was um sie und die Gesprächsperson läuft.

    Die Augen von einem Zwilling sind ständig in Bewegung, auch wenn er mit einer Person gerade spricht. Zwillinge können nichts dafür, aber sie bemerken wenn ein Gast auf die Party hereinkommt und auch wenn ein neuer Gegenstand auf dem Fensterbank steht oder ein neues Bild an der Wand hängt.

    Wenn ein Gesprächspartner die Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet haben will, ist es sehr irritierend. Es bedeutet aber nicht, der Zwilling hat nicht zugehört. Im Gegenteil. Er hat sich alles gemerkt, nur man darf ihn nicht an der langen Leine halten.

    Leine gibt es für die Zwillinge nicht!

    Mich ärgert das sehr wenn die Menschen mir nicht in die Augen sehen.

    Es ist sicherlich eine Art von Missachtung und niemand hat das Recht, einen Menschen zu missachten.

    Selbst ich habe das Recht nicht, Christian Matschke zu ignorieren, zu hassen oder zu missachten.

    Niemand in meinem Leben hat mich so sehr verletzt wie Christian Matschke!

    Ich musste so schwerkrank werden, um einen Menschen am Ende meines Lebens zu treffen, der mich degradiert, beleidigt und entwertet.

    Seine Augen waren nicht so hässlich. Sie waren grün und ziemlich groß für seine Größe.

    Er ist ein blasser Mann und sehr dünn. Meine Freunde fragten mich immer wie Christian aussieht.

    Ich nahm eine Serviette in die Hand und zeigte allen die Vorderseite und die Hinterseite der weißen Serviette. „So sieht er aus. Blass und flach vorne und dazu noch hinten“.

    Als Christian in meinem Zimmer stand, als er noch in mein Zimmer kommen dürfte, schaute ich ihm in die Augen. Es war schön, dass die Augen grün waren, denn bei der Blässe waren sie so grün wie ein leichter sommerlicher Wind. Sie waren grün wie ein frischer bezauberter Wind, der früh am Morgen durch die Wälder weht.

    Ich bin ein Meister der Kommunikation, ich habe mein ganzes Leben mit Menschen gesprochen und wenn jemand mir gegenüber nichts sagte, fragte ich:

    „Sprichst Du Deutsch?“

    Und selbst wenn die Stationsschwester mich „beriet“, Christian zu ignorieren, sah ich ihm in die Augen und sprach ich ihn an.

    „Ihre Augen sind verzaubert wie wilde Malven“.

    Mein bester Freund ermahnte mich.

    „Du Blödhammel! Das Wort „wild“ war schon wieder viel zu viel für ihn. Kannst Du Deine Klappe nicht halten?“



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